2 Buch, 6 Kap.
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war zwar in dem Lande der Phönizier ein freierStaat/ und regirete sich nach seinen eigenen Ge-sezeii/ aber die Eifersucht zwoer mächtiger Parteiengegen einander würde die Ehre der Unsterblichkeiteinem jeden Bürger streitig gemachet haben. EinHeerführer stand in Gefahr/ ein jedes Versehen mitseinem Kopfe zu bezahlen; und von großen Ehren-bezeugungen bei ihnen meldet die Geschichte nichts.Folglich bestand die Kunst bei diesen Völkern meh-rentZieils blos auf der Religion/ und koiite aus dembürgerlichen Leben wenig Nuzen und Wachstumempfangen. Die Begriffe der Künstler waren alsoweit eingeschränktere als bei den Griechen/ und ihrGeist war durch den Aberglauben an angenommeneGestalten gebunden.
§. 2Z. Diese drei Völker hatten in ihren blü-henden Zeiten vermuthlich wenig Gemeinschaft un-ter einander- l) von den Ägyptern wissen wir es,nnd die Perser/ welche spät einen Fuß an denKüsten des mittelländischen MeerS erlangeten / ton-ten vorher mit den Phöniziern wenig Verkehr haben;die Sprachen dieser beiden Völker waren auch inBuchstaben gänzlich von einander verschieden. DieKunst wird also unter ihnen in jedem Lande eigen-tümlich gewesen sein. Unter den Persern scheinetdieselbe den geringsten Wachstum erlanger zu haben;in Ägypten ging dieselbe auf die Großheit; undbei den Phöniziern wird man mehr die Zierlich-
l) Daß die Ägnvtier und Perser unter einander Verkehrhatten, läßt sich theils daraus schließ?», daß diese wäh-rend eines Zeitraums von <35 Jahren über jene geherschthaben; k>ic, I. , 44,) tlieils -aus vielen Denk-
malen, in welchen der äg»»ti>che und persische Kunst-styl vermischt erscheint. (L->z-I, r^c> ci^Viui^. t. 1. x!> >?>I>> 55 — 56. t. z. xi. .2.) Fea.