254 Geschichte der Kunst.
Die Farben sind alle in Wasser zerlassen/ undmehr oder weniger mir Gummi angemachet; undalle ohne Mischung angebracht. Man zählet der-selben sechs: das Weisse, das Schwarze/ dasBlaue/ das Rothe/ das Gelbe/ und das Grüne.Das Nöthe und das Blaue aber sind die/ welcheam häufigsten erscheine»/ und ziemlich grob geriebensind. Das Weisse/ welches aus dem gemeinen Blei-weiß bestehet/') machet den Überzug der Leinwandder Mumien, und hier ist dasjenige/ was unsereMaler die Gründung nennen; so dass die Umrisseder Figuren auf diesem weissen Grunde mit schwar-zer Farbe gezogen sind/ und daS/ was weiß sein soll/machet eben derselbe Grund.
K. 2Z. Diese Art der Malerei aber ist sehr un-beträchtlich in Vergleichung derjenigen/ mit welcher/nach Nordens Berichte/ in Oberägypten ganzePaläste und deren Säulen von zwei und dreissigFußim Umfange/ völlig gezieret und bedekct sind/ der-
rl I.i li.iute erhalten. Wen die von ge-
dachtem Reisenden gegebenen Zeichnungen verschiedenerWerkzeuge und Geräthschaste», welche in ienen Genial'den dargestellt sein sollen, im Allgemeinen richtig sind,woran nickt zu zweiseln ist/ so mochten sie nicht sowohlzu Zeugnissen, als vielmehr zu Einwendungen gegen dgshohe Altertum, wenigstens der Sinke, aus denen sie ab-gezeichnet sind, diene». M e» e r.
Man vergleiche auch Oeu?.cri Lamniont, Il-i-vilot. 7.
Z36. Aleinvirs rclutiiiA to Tui-opk^n auil
cilit-<l ^Valpole. I^un6c>n iLt?. 4. p.
ZS». Siebelis.t) Da ß es Blei weist sei, ist nicht wahrscheinlich, da die-ses durch animalische oder mineralische 'Ausdünstungenschwärzlich wird, wie man an ciniaen neuern Gemäldenwahrnimt; man kaii also eher glauben, die weisse Grund-farbe an den Mumien sei Kreide, mit Leim oderGummi versejt. Fea u. Mc>>er.