Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
240
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24o Geschichte der Kunst.

§. Man könte zweifeln, ob dieser Stein inÄgypten gebrochen worden/ da kein einziger Reisen-der/ so viel uns' wissend ist/ von Prophyrbrü-chen in diesem Lande Meldung thut/ und dieserZweifel veranlasset mich/ in einige Untersuchungdieses Steins hineinzugehen/ und was ich darzu-thun hoffe/ durch Hülse der Kenlnisse/ die ich vondem Granit habe/ zu erklären.

ES ist betaut/ daß sich in vielen Ländern vonEuropa große Berge von Granit finden / so daß inFrankreich viele Häuser aus diesem Steine gebauetsind; ja in Spanien/ auf dem Wege von Alicantenach Madrid/ trift man nichts als Granit an. Dasich nun unter der Lava deS VesuviuS Stnke vo»weissem Granite finden/ die man zerreiben ka»/ unddie deu Stiikeu der vom Feuer zermalmeten großenSäule deS Zlntoiiinus Pius ähnlich sind: so fol-get daraus'/ daß ein solcher Granit deS VesuviuSentweder nicht völlig reis geworden/ oder welchesglaublicher ist/ durch ein neues Feuer dieses BergeSausgelöset worden sei. Wen wir mit dieser Erfah-rung die Nachricht von der Entzündung der Pyre-näen in Spanien vergleichen/ aus welchen in mal-ten Zeiten das Silber in Strömen herabgeffossensein soll/ und solche Entzündung als feurige Aus-

wirken selbst geurtheilr werde» sott/ so behält Winciel-ma», ein offenbar besserer Kenner als V i sco » ti, Recht.Den alle Merkmale des St»ls nnd Geschmaks der ver-schiedenen Zeiten an den alten Monumenten der bildendenKunst miisttcii unzuverläßig sein, und es würde derKunstgeschichte, in sofern sie sich aus dieselben bezieht/wenig Werth übrig bleiben/ wen die sogenaiite Jnnoin der Villa Borghese und der Stur; einer beklei-deten weiblichen Statue am Ausgange zum Capirolnimnicht früher als zur Zeit des Kaisers Claudius Mrbcitet sein sollte». M e»e r.