Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
214
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21 i Geschichte der Kunst.

Licht und Schatten zu erkalten. Ausser diesen grie-chischen Formen zeiget sich deutlich eine dem Ge-sichte des Antinous völlig ähnliche Bildung: sodaß ich überzeuget bin/ in diesen Statuen ein Bilddieses berühmten jungen Menschen zu ßnden. i) Anbesagetem ägyptischen Antinous des Mu sei Capi-tolini zeiget sich der mit dem ägyptischen vermi-schete griechische Styl noch deutlicher; es stehet auchderselbe frei/ und an keiner Säule.

K. i l. Zu den Statuen dieser Art können ver-schiedene Sphinxe gerechnet werden/ und es sindvier derselben von schwarzem Granit in der VillaAlbani/ deren Köpfe eine Bildung haben/ die vonägyptischen Künstlern nicht kaii entworfen noch ge-

1) Visconti, der eine dieser Statuen im MufeoPio-Clementino (t. 2. tav. >g.) abgebildet/ und

4Z.) die Erklärung g>geben hat/ behauptet im Gegen-theile/ daß diese Statuen durchaus nicht die Züge desAntinous hätten. Sie wären ursprünglich eine archi-tektonische Verzierung am Kanopustempel der Villades Hadrianus (I?!>ll^i, uszcrv. sopra alc. »nt. mon.tav, 6. x. 60./ / vielleicht als eine Nachahmung iene^ 12Cubirns hohen Kolosse am Eingange des Tempels desAvis in Ägypten (Oiv-I. Sie. I. >, Z, 66.?/ Träger/Telamone» oder sogenante Karyatiden gewesen;was eine Art Basis auf ihrem Hanpte/ welche die Stelleeines Kapitäls pertritt/ auch wirklich sehr wahrscheinlichmacht. Wir an unserm Orte könne» in dieser Sacheweder siir noch gegen Winckelmaii entscheiden/ weildie hohe Stelle/ welche diese zwei Figuren an einerThüre des c l e m e n ti n i s ch e n Museums erhalten ha-be»/ die Beobachtung der Gesichtszüge sehr schwer macht.So viel ist gewiss/ daß der Charakter der Formen allerTheile ihres. Körpers Ähnlichkeit mir Figuren des Antin ous hat/ was aber vielleicht weniger sür Porträt-ähnlichkeit/ als vielmehr Eigentümlichkeit des zu Ha-dri a ns Zeit herschende» Geschmaks i» der Kunst, geltcir.darf. Meyer,