2 Buch/3 Kap. 213
so groß, als die Natur / und haben nicht allein denStand der ältesten ägyptischen Figuren / sondern ste-hen/ wie diese/ an einer ekichten Säule/ aber ohneHieroglyphen. Die Hüften und der Unterleib sindmit einem Schurze bedeket/ und der Kopf hat seineHaube mit zween vorwärts herunterhängenden glat-ten Streifen; auf dein Kopfe tragen sie einen Korbnach Art der Karyatiden/ welcher aus einemStiike mit der Figur gearbeitet ist. Da nun derStand und die Form dieser Statuen überhaupt denägyptischen Werken des ersten StylS völlig ähnlichsind/ so sind dieselben von allen für solche angenom-men worden/ und man ist nicht bis zur Untersu-chung der Form einzelner Theile gegangen / alswelche das Gegentheil beweisen kan. Den die Brust/welche an den ältesten mäiilichen Figuren der Ägyp-ter platt lieget/ ist hier mächtig und heiden-mäßig erhaben; die Nipen unter der Brust/ wel-che an jenen gar nicht sichtbar sind/ erscheinen hiervöllig angegeben: der Leib über den Hüften / wel-cher dort sehr enge ist/ hat hier seine rechte Fülle:die Glieder und Knorpel der Knie sind hier deutli-cher als dort gearbeitet; die Muskeln an den Arme»/sowohl als andern Theile»/ liegen völlig vor Au-gen; die Schulterblätter/ welche dort wie ohneAnzeige sind/ erheben sich hier mit einer starkenNundung/ und die Füße kommen der griechischenForm näher.
K. t». Die größte Verschiedenheit aber liegetin dem Gesichte/ als welches weder auf ägyptischeArt gearbeitet/ noch sonst ihren Köpfen ähnlich ist.Den die Augen liegen nicht/ wie oft in der Natur/und wie an den ältesten ägyptischen Köpfen/ fast ingleicher Fläche mir den Augenknochen/ sondern siesind nach dem Systema der griechischen Kunst tiefgesenket/ um den Augenknochen zu erhebe»/ und