212 Geschichte der Kunst»
denselben Stand/ aber die Arme frei/ mit welchensie etwas' tragen oder zeigen. Zu bedauren ist/ daßdiese Figuren nicht alle ihre alten Köpfe haben /weil allezeit aus dem Kopfe der vornehmste Beweisdes' StyleS zu ziehen ist. Dieses ist wohl zu mer-ken/ weil eS denen/ die über diese Statuen geschrie-ben haben/ nichc allezeit bekant gewesen. Auch dieoben angeführete ZsiShat einen neuen Kopf/ denBottari für alt hielt. Die Haarflechten/ wel-che auf der Achsel liegen / hatten sich erhalten undnach Anweisung derselben sind die Lokcn an demneuen Kopfe gearbeitet. Nach der Ergänzung dieserStatue fand sich der alte wahre Kopf derselben/welchen der CardinalPolignac kaufete/ dessen Mu-seum der König in Preußen erstanden.-)
Ich will hier die verschiedenen Gattungen derWerke in dieser Art, und unter denselbeu die be-trächtlichsten Stüke mit einer Beurtheilung ihrerZeichnung und Form anzeige»/ und hernach dieBekleidung in diesem Absaze berühren.
K. 9. Von Statuen sind insbesondere zwo vonröthlichem Granite/ welche an der Wohnung desBischofs zu Tivoli stehen/^) und der angeführeteägyptische Antinous von Marmor in dem Mu se oCapi tolinv/^) zu merken; diese ist etwas über Le-bensgröße / jene beiden aber sind beinahe noch einmal
1) <!>ip!lol. t. z> Lg. L?. p, lÜ2.
2) Dieser Ko«f wurde m der Villa Had rinn, bei Ti-vvli nebst verschiedenen andern Kövsen, welche gedachterCardinal ebenfalls an sich brachte/ unter vielen mit derHake zerschlagenen Statuen, in einem mit Marmor aus-gemauerten und belegere» Teiche gesunden. Winckelman.
3) lll fol. i/,3.
Jezo imMuseo P io - El em «n ti n o. Desmarest.
4) V. 1 K. S §.1