Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
211
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2 Buch/3 Kap. 211

handelt von Figuren/ die den alten ägyptischenFiguren ähnlicher/ als jene kommen/ und weder inÄgypten/ noch von Künstlern dieses Landes gear-beitet worden/sondern Nachahmungen ägyptischerWerke sind / die mit der Einführung des ägyptischenGötterdienstes unter den Römern in Gebrauch ka-men. Die ältesten von solchen Werken sind / so vielich weiß/ zwo in GypS flach erhobene Figuren derIsis/ die an einer kleinen Capelle/ in dem Vor-hofe des vor kurzem entdeketen Tempels der Isis,in den Trümmern der verschütteten Stadt Pompeji/zu sehen sind. Den da dieses Unglük gedachte Stadtunter der Regirung des TituS betroffen/ so ist eswahrscheinlich/ daß diese Figuren älter seien/ alsdie Statuen dieser Art/ die in der Villa des Ha-drianuS bei Tivoli auSgegraben worden. Unterdiesem Kaiser/ welcher bei allen seinen Kentnissenungemein abergläubisch war/ scheinet endlich dieVerehrung ägyptischer Gottheiten sich mehr als vor-her ausgebreitet zu haben; und durch sein Exempelwird dieser Aberglauben befördert worden sein. Dener ließ in der tiburtinischen Villa einen eigenenTempel bauen/ welchen er Kanopus nennete undmit Statuen ägyptischer Gottheiten besezete; nnd essind/ wo nicht alle/ doch die mchresten solcher ägyp-tischen Nachahmungen von dort hergeholet worden.An einigen ließ er die ältesten ägyptischen Figu-ren genau nachahmen/ an anderen vereinigete er dieägyptische Kunst mit der griechischen. In beidenArten sinden sich einige/ welche im Stande nnd inder Richtung den ältesten ägyptischen Figuren ähn-lich sind; das ist: sie stehen völlig gerade und ohneHandlung mit senkrecht hängenden und an der Seiteund den Hüften fest anliegenden Armen; ihre Füßegehen parallel/ und sie stehen/ wie die ägyptischen/an einer ekichten Säule. Andere haken zwar eben-