210 Geschichte der Kunst
dachten griechischen Isis ist mit Franßen besezel,so wie die Mäntel der Statuen gefangener Könige/um in ihr/ wie cS scheinet/ eben dadurch eine Göt-tin anzudeuten/ deren Gottesdienst aus fremdenLändern gekommen. Ein solches Gewand hieß Gau-sapum und war zotticht/ und als eS in Rom ein-geführet wurde/ trugen es die Weiber im Winter.
§. 7. Da ich nach dieser Bemerkung alle Figu-ren der Isis in Absicht der Bekleidung betrachtet/habe ich gcmcrkct/ daß sie alle/ keine ausgenom-men/ den Mantel auf solche Weise tragen, unddaß diese Tracht ein Kenzeichen dieser Göttin sei.ES wurde mir eben dadurch als eine Isis kentlichder Rumpf mit einer kolossalen Statne/ die an demvenetianifchen Palaste zu Rom stehet/ und von demVolke Donna Luerezia genennet wird. Ebenso siehet man die Isis bekleidet an einer schönenFigur derselben von Erzt und einen Palm hoch/ indem herculanischen Museo / so wie an zwo oder dreikleineren Figuren dieser Göttin/ an eben diesem Or-te/ die so wie jene die Eigenschaften der Fortunabeigeleget haben.
Z. 8. Der dritte Absaz dieses zweiten Stiiks
j) Man muß das Gausavum, ein zottiges und Haarich»tes Zeug, wohl unterscheiden von den Franken (cirri,
I. 5, p> 291 ) nicht g/tlia» zu haben" scheint. DasGau-sapuni war ein dikes/ zum Schnz gegen die Kalteversertigtes / bei den nördlichen Völkern gewöhnlichesKleid, (^.irrarius <1e re vest. psrt. 2. c. 6. 7. ä.varruti o-i^erv. ister. sopra alc. mecl. tav. 7. p. 99.)Nach Plinius (I. 6- c. >icct. 7Z.) kam diese Klei-dung nach Rom zur Zeit seines Naters. Die Fran-ken waren ein bei den Barbaren wie bei den Griechenund Römern üblicher Sckmuk zur Besezung der Kleider,wie man an Gemälden und Statuen sieht und auch B u o-«arroti (tav. 14. >>. -üg.) bemerkt. F e a.