Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

2 Buch/ 2 Kap.

aus dem Mittel ibrcr Priester gewMet wurden/ undalle ihre Könige zum Priestertum eingeweihet waren/könte man annehmen/ daß auch in dieser Absichtihre Könige alsv bekleidet abgebildet worden.

§. i8. An weiblichen Figuren ist die Bekleidungnur durch einen hervorspringenden oder erhobenenRand/ an den Beinen und am Halse/ angedeutet/wie an einer vermeineten Hsis im Campidogli»/ undan zwo andern Statuen daselbst/ zu sehen ist. Umden Mittelpunkt der Brüste von der einen ist einkleiner Zirkel eingeschnitten/ und von demselben ge-hen viele dicht neben einander liegende Einschnitte/wie Radii eines ZirkelS/ beinahe zween Finger breit/auf den Brüsten herum; und dieses könte für einenungereimten Zierat angesehen werden: ich bin aberder Meinung/ daß hierdurch die Falten eines dünnenSchleiers'/ welche derselbe über die Warzen derBrüste werfen würde/ angedeutet werden sollen.Den an einer ägyptischen JsiS/ aber vom späternStyl/ in der Villa Albani/ sind auf den Brüstenderselben/ welche bei dem ersten Anblike entblößt zu seinscheinen/ fast unmerklichc erhobene Falten gezogen/die in eben der Richtung sich von dem Mittelpunkteder Brüste ausbreiten. An dem Leibe jener Figurenmuß die Bekleidung bloß gedacht werden; und da-her kan eS geschehen sein/ daß sich HerodotuS diezwanzig weiblichen kolossalischen Statuen der Bei-schläfcrinen Königs MycerinuS/ von Holz indcr Stadt SaiS/ als nakend vorgestellet/ da sie auf

Die Königswürde in Äg»vten war erblich. Fand <ick keinNachfolger in der königlichen Familie/ so wählte man den-selben aus der Klasse der Priester oder der Krieger. Im leiten,Falle mußte sich dieser sogleich der Priesterklasse beigeselle»/um sich von der ägyptischen Weisheit zu unterrichten/nicht aber u»> Priesterdienste zu verwalten. (PI-u.x, >2o. klutarcb. äels. «tvz. xrinc. z>. 35.j.) Fea,