Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
158
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i5s Geschichte der Kunst.

Gebrauch der Ägypter in der angenommenen Gestaltder Bilder ihrer Verehrung / erhielt sie der Abscheugegen griechische Gebräuche,^) vornehmlich ehe sievon den Griechen beherschet wurden, und dieserAbscheu mußte ihre Künstler sehr gleichgültig gegendie Kunst unter andern Völkern machen/ wodurchfolglich der Lauf der Wissenschaft sowohl als derKunst gehemmet wurde. So wie ihre Ärzte keineandere Mittel, als die in den heiligen Büchern ver-zeichnet waren, vorschreiben durften: eben so warauch ihren Künstlern nicht erlaubet, von dem altenStyle abzugehen: den ihre Geseze schränketen denGeist auf bloße Nachfolge ihrer Vorfahren ein, undnnterfageten ihnen alle Neuerungen. Daher berich-tet Plato, dasi Statuen, die zu seiner Zeit inÄgypten gearbeitet worden, weder in der Gestalt,noch sonst, von denen, welche tausend und mehrJahre alter waren, verschieden gewesen. 2) Diesesist zu verstehen von Werken, welche vor der Zeitder griechischen Regirung in Ägypten von ihre»eingebornen Künstlern verfertiget worden. Die Be»obachtung dieses GesezeS war unverlezlich, weil e6auf die Religion selbst, so wie die ganze Verfassungder ägyptischen Regirung gegründet war. Den dieKunst, Figuren in menschlicher Gestalt zu bil-den, scheinet bei den Ägyptern auf die Götter^

>) I?ero6»t. I. 2. c, g>.

2) I. 2. j>. 656. in lino.

Fea bestreiket Platons Aussage, indem er behaup-tet, daß diese von den Priestern vorgeschriebenen For-men sich nur auf die Bildung der Gottheiten und ausdie H i e r 0 gli> » h e il, aber keineswegcs aus alle übri-gen Gegenstände also erstrekten, daß die Künstler stehmich bei diesen nicht von den alten Regeln hätten ent-sernen dürfen, Mener,

3) Daß nur in einem Theils von Ägypten menschlichc