133 Geschichte der Kunst.
der Länder jenseit der Gebirge nicht aus'/ als wel-ches wider die offenbare Erfahrung sein wurde.Den Holbein und Albrecht Dürer/ die Väterder Kunst in Deutschland/ haben ein erstaunendesTalent in derselben gezeiget; und wen sie/ wieRaphael/ Correggio und Titian/ die Werkeder Alten hätten betrachten und nachahmen können,würden sie eben so groß/ wie diese/ geworden sein,ja diese vielleicht übertroffen haben. Auch Cor-reggio ist nicht/ wie es insgemein Heisset/ ohneKentniß des Altertums zu seiner Größe gelanget:den dessen Meister Andreas Mantegna kantedasselbe; und es finden sich von dessen Zeichnungennach alten Statuen in der großen Samlnng derZeichnungen/ die aus dem Museo des Herrn Cardi-«als Alexander Albani in das Museum desKönigs von Engeland gegangen sind, l) In Absicht
I) Daß Correggio die Antiken nicht allein aus Zeich-nungen seines Lehrers Mantegna/ sondern auch ausunmittelbarer eigner Anschauung gekaiit, ist mehr alßwahrscheinlich. Mengs (Uemoriv il LorreKAio)gedenkt eines Gemäldes, worin eine jugendliche Figuran den ältern Sohn des Laokoon erinnert, und dieVenus im Gemälde, woMereu rius den Am or lesenlehrt, in der Samlung des Herzogs von Alba aus Ma-drid, soll vermuthen lassen, der Maler habe in Hinsichtder Stellung uud Form der Beine an den Avellinogedacht; auch an der Figur des h. Sebastian, indem nach diesem Heiligen genante» großen Gemäldezu Dresden, läßt sich die Nachahmung antiker Forme»»achweisen. Diese Nachahmungen müßen nach den Ur,bildern oder wenigstens nach Abgiißen derselben gemachtsein; deil die Umrisse sind fließend und die Gestaltenhaben gehörige Fülle, welches schwerlich der Fall sei»kürste, wen sie blos aus Zeichnungen des Mantegnaentlehnt wäre», der, auch wen er Antiken nachbildete,dock die ihm gewöhnlichen hagern Formen und etwasEmsigkeit »icht zu vermeiden wußte, übrigens ist ei