Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
137
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1 Buch, Z Ka^.

5. 24. Das vorzügliche Talent der Griechenzur Kunst zeiget sich noch izo in dem großen fastallgemeinen Talente der Menschen in den wärmstenLändern von Italien; und in dieser vorzügl'^enFähigkeit zur Kunst herschet die Einbildung/ ft ,>iebei den denkenden Briten die Vernunft über dieEinbildung. ES hat jemand nicht ohne Grundgesaget/ daß die Dichter jenseit der Gebirge durchBilder reden, aber wenig Bilder geben; man mußauch gestehen/ daß die erstaunenden/ theils schrek-lichen Bilder/ in welchen MiltonS Größe mit-bestehet/ kein Vorwurf eines edlen Pinsels seinkönne/ sondern ganz und gar ungeschikt zur Malereisind. Die miltoni sehen Beschreibungen sind/die einzige Liebe im Paradiese ausgenommen/wie schön gemalete Gorgonen/ die sich ähnlich»nd gleich fürchterlich sind. Bilder vieler andernDichter sind dem Gehöre groß/ und klein demVerstände. Im Homero ist alles gemalet/ undzur Malerei erdichtet und geschaffen. Je wärmerdie Länder in Italien sind/ desto größere Talentebringen sie hervor/ und desto feuriger ist die Ein-bildung/ und die sicilianischen Dichter sind voll vonseltenen/ neuen und unerwarteten Bildern. Diesefeurige Einbildung aber ist nichr aufgebracht undaufwallend/ sondern wie das Temperament der Men«sehen/ und wie die Witterung dieser Länder ist/mehr gleich, als in kälteren Ländern; den ein glük-licheS Phlegma wirket die Natur häustger hier alsdort.

K. 25. Wen ich von natürlicher Fähigkeit die-ser Nationen zur Kunst insgemein rede/ so schließeich dadurch diese Fähigkeit in einzelnen Personen

lübcr die poetische Malerei die richtigere Bestim-mung in Lessings Laokoon.Z

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