Geschichte der Kunst.
Hauerei erschaffen zu sei» scheinen. Die große Sta-tur der Einwohner dieses Landes muß einem jedenin die Augen fallen") und das schöne Gewächs unddie Starke ihrer Leiber siehet man am bequemstenan den halb entkleideten Seeleuten/ Fischern undArbeitern am Meere; und eben daher tönte eS schei-nen/ daß die Fabel der gewaltigen Titanen ent-standen sei/ die mit den Göttern in den phlegräi-schen Gefilden / die bei Pozzuoli unweit Neapel sind/gestritten haben. Man versichert/ daß noch izo inSicilien/ in dem alten Enix/ wo der berühmteTempel der VenuS war/ die schönsten Weiber die-ser Hnsel seien.
§. 11. Wer auch niemals diese Länder gesehenhat/ kan aus der zunehmenden Feinheit der Ein-wohner/ je wärmer das Klima ist/ von selbst aufdie geistreiche Bildung derselben schließen; die Nea-politaner sind seiner und schlauer »och/ als dieRömer/ und die Sicilianer mehr als jene; die Grie-chen aber übertreffen selbst die Sicilianer. ZwischenRom und Athen wird ohngefähr ein Monat Unter-schied sein in der Wärme und in der Reife derFrüchte/ wie das Ausschneiden des HonigS ausden Bienenstöken anzeiget/ als welches am lezterenOrte um Sonnenstillstand im ZuninS geschahe/ am er-steren Orte aber am Feste des VuleanuS im August-monate. Endlich gilt hier/ waS Cicero saget/„ daß die Köpfe desto feiner sind/ je reiner und dün-„ ner die Luft ist ! " 2) es scheinet sich mit denMenschen wie mit den Blumen zu verhalten/ die/
1) Z?1in. 1.2. c. 16. sect. i5.
2) I)s nai. Oeor. I. 2. c. 16. Ili^xocrai. äe aere, aczuis.