126 Geschichte der Kunst.
so würde man nicht von ihren alten Figuren aufdie Beschaffenheit ihrer Körper in alten Zeitenschließen können/ als welche das Gegentheil von derheutigen scheinet gewesen zu sein; es ist aber zumerken/ daß die Ägypter auch schon von den Altenals dike/ fette Körper beschrieben worden. DerHimmel ist zwar allezeit derselbe/ aber das Landund die Einwohner können eine veränderte Gestaltannehmen. 2) Deü/ wen man erwäget/ daß die heu-tigen Ägypter ein fremder Schlag von Menschen-sind/ welche auch ihre eigene Sprache eingeführethaben/ und daß ihr Gottesdienst/ ihre NegirungS-form und Lebensart der ehemaligen Verfassung ganzund gar entgegenstehet: so wird auch die verschiedeneBeschaffenheit der Körper begreiflich sein. Die un-glaubliche Bevölkerung machete die alten Ägyptermäßig und arbeitsam; ihre vornehmste Absicht gingauf den Akerbau; ihre Speise bestand mehr inFrüchten/ als in »Fleisch; 4) daher die Körper alsosich nicht mit vielem Fleische behängen koiiten. Die
I. Z. p, g>. Sli-ak. I. 17. p. > >54.
2) Bei Veränderungen in dem Boden u»d in den Sitte»eines Volks muß auch eine Veränderung des Klima er-folgen. In den frühesten Zeiten war Ägypten, wegender Überschwemmungen des Nils und wegen der zu gro>Hen Dürre in einigen Theilen ein fast unbewohnbaresLand. Allein nach Einführung des Akerbaus durch thä-tige Könige und Grabung vieler Kanäle ward diesLand eines der fchöuste» und fruchtbarsten. Seitdemaber die Kanäle durch die Sorglosigkeit der Bewohnerwieder angefüllet sind, und der Akerbau veruachläßigetwird/ mußte auch im Klima eine große Veränderungerfolge». Fea.
Z) I^uclan. Icüi-onicnipp. Z, ig. n, ZZ.
-j) IZiocl. Zic. I. I. Z> Lo.