Geschichte der Kunst. 12z
Einige bemerken wolle»/ daß die Thiere die Eigen-schaft der Einwohner ihrer Länder haben.
ß. Die Bildung des Gesichts ist so ver-schiede,,/ wie die Sprachen / ja/ wie die Mundartenderselben; und diese sind es vermöge der Werkzeugeder Rede selbst; so daß in kalten Ländern die Ner-ven der Zunge starrer und weniger schnell sein mü-ßen/ als in wärmeren Ländern. Wen also denChinesen und Japanern/ den Grönländern/ undverschiedenen Völkern in Amerika Buchstaben man-gelnd) so muß dieses <mS eben dem Grunde her-rühren. Daher koint eS/ daß alle mitternächtlicheSprachen mehr einsylbige Wörter haben/ und mehrmit Konsonanten überladen sind/ deren Verbindungund Aussprache andern Nationen schwer/ ja zumTheil unmöglich fällt.
Z. 6. In dem verschiedenen Gewebe und Bil-dung der Werkzeuge der Rede suchet ein berühmterScribent sogar den Unterschied der Mundarten deritaliänischen Sprache.^) „ Aus angeführetem Grunde„ (saget derselbe) haben die Lombarder/ welche in käl-teren Gegenden von Italien geboren sind/ eine.. rauhe und abgekürzete Aussprache; die Toscaner„ und Römer reden mit einem abgemessener» Tone;1, die Neapolitaner, welche einen noch wärmere»„ Himmel genießen / lassen die Vocale mehr als jenehören / und sprechen mit einem völligeren Munde. "Diejenige»/ welche viele Nationen kennen lernen/unterscheiden dieselbe» auch so richtig und untrüglichaus der Bildung des GesichtS/ als aus der Spra-che; und dieser Unterschied pfleget noch merklich
5) kvznmnn, VingA. in tluinca, t> 2. letl, >4.s) lZe linA. p. 144.
?) Osaviuz, r-gion. I. 2. x, 144.