Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
116
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!l6 Geschichte der Kunst.

§. 23. Diese Malerei erscheinet auf beiden Sei-ten körnicht/ und aus einzelnen Stüken/ nach Artmusaischer Arbeite»/ aber so genau zusammengesezet/daß auch ein scharfes Vergrößerungsglas keine Fu-gen daran entdekcn konte. Diese Beschaffenheit unddas durch das ganze Stük fortgesezete Gemälde mache-ten es schwer/ sich sogleich einen Begrif von derAusführung solcher Arbeit zu machen/ welches auchnoch lange Zeit ein Räthsel geblieben wäre/ wenman nicht da/ wo dieses Stük abgebrochen ist/an dem Durchschnitte desselben/ die ganze Dike durch-laufenden Striche von eben denselben Farben/ alsdie/ so auf der Oberfläche erscheinen/ entdeket hätte/und daraus schließen konte/ daß diese Malerei vonverschiedenen gefärbeten Glasfäden an einander gese-zet/ und nachher im Feuer zusammengeschmelzet wor-den sei. Es ist nicht zu vermuthen/ daß man soviele Mühe angewendet haben würde/ dieses Bildnur durch die unbeträchtliche Dike eines SechstiieilZolles fortzuführen/ da solches mit längeren Fäden/in eben derselben Zeit/ durch eine Dike von vielenZollen zu bewerkstelligen eben so möglich war. Da-her ist zu schließen/ daß dieses Gemälde von einem

oder anderhalb Linie betragen mochte/ durchliefen undalso die Figur auch aus der andern Seite zu sehensein müßte. Me»er.

lüber dieses merkwürdige Stük und ein anderes ähn-liches lese man des Hosraths Reissenstein Send-schreiben an Winckelman/ über die Glasar-beiten der Alte»/ welches sich in dieser Ausgabebei dem Nachlaß und Fragmente» befindet.)

Der Cardinal Aleran d er Alba» i hat Versuche an-stellen lassen, um diese Art von Glasarbeit zu erneuern/wie Winckelman am 14 Jul, l7üü an Deswärestnach Paris schrieb. Janse».