1 Buch, 2 Kap.
§. 22. In zusammcngesczetem vielfarbigen Glasegehet die Kunst bis zur Verwunderung in zwei klei-nen Stiiken/ die vor wenigen Jahren in Rom zumVorschein kamen: beide Stüke haben nicht völligeinen Zoll in der Länge, und ein Drittheil dessel-ben in der Breite. Auf dem einen erscheinet/ ineinem dunkeln und vielfarbigen Grunde ein Vogel/welcher einer Eure ähnlich ist/ von verschiedenensehr lebhaften Farben/ mehr aber nach Art chinesi-scher Malerei. Der Umriß ist sicher und scharf/die Farben schön und rein/ und von sehr lebhafterWirkung/ weil der Künstler/ nach Erfordernng derStelle»/ bald durchsichtiges/ bald undurchsichtigesGlas angebracht hat. Der feinste Pinsel eines Mi-niaturmalers hätte den Zirkel des Augapfels sowohlals die scheinbar schnpichten Federn an der Brustund den Flügeln (hinter deren Anfange dieses Etü?abgebrochen ist) nicht genauer ausbrüten können.Die größte Verwunderung aber erweket dieses Stük/da man auf der umgekehreten Seite desselben ebendiesen Vogel erbliket/ ohne in dem geringsten Pünkt-chen einen Unterschied wahrzunebmen: wo man folg-lich schließen mußte/ daß dieses Bild durch die ganzeDike des StükS fortgesezet sei.
vcca, epist. 86. Ltstiu5 A)'!v. I, I. c, 8. V. 42:crnnul'.'^, kasligia
Fea.
I) Ei» Altertumsforscher und Samler zu Cortona, derCanonicus Sellari/ beiaß um 1790 ein ähnliches an«tikes Werk / oval und als Rinnstein gesaßt. Aus blauemGrunde war ein bunt gefiederter Vogel dargestellt/ dieZeichnung an demselben war ebensalls sehr genau bisin's Kleine. Auf der Oberfläche koiite das schärfste Augekaum die Fügungen der verschiedenfarbigen Elasfäde»entdeken. Indessen zeigte eine kleine Beschädigung, daßsie durch die ganie Dike des Stliks, welche etwa eine