1 Buch, 2 Kap.
§. 4. Die alten Künstler verfertigten nicht alleinModelle/ die für ihre Arbeit und in ihre Werkstättedieneten, sondern sie sucheten in der höchsten Blü-the der Kunst nicht weniger in Arbeiten von Thon,als von Marmor und Erzt, sich öffentlich zu zeigen:so daß dieselben fortfuhren, annoch wenige Jahrenach Alexanders des Großen Tode/ nämlichzu den Zeiten des DemetriuS Polioreetes,dergleichen Modelle vor Aller Augen auszustellen.Dieses geschah theils in Böotien, theils in denStädten um Athen, und namentlich zu Platää,an den Festen, die zum Gedächtnisse deS Däda-luS, eines der ersten Künstler/ gefeiert wurden.^)Diese öffentlich ausgestelleten Modelle/ ausser der Nach-eiferung/ welche sie in dieser Art Arbeit bei denKünstlern unterhielten/ macheten bei anderen dasUrtheil über ihre Geschiklichkeit richtiger und gründ-licher weil das Modelliren in Thon bei dem Bild-hauer wie die Zeichnung auf dem Papiere bei demMaler, anzusehen ist. Den so wie der Vorsprungdes ausgepresseten Rebensaftes der edelste Wein ist:eben so erscheinet dort in der weichen Materie und
so wie auch ihre Form , zeigen deutlich/ daß sie gemacht w-uren, um dadurch die Basreliefs mit Nageln an der Wandbefestigen zu können. Ohnehin wurden sich diese aus Thongearbeiteten schweren Modelle nicht an einem Seil inder Werkstatt des Künstlers gehalten haben. Fea,
i) O!c»!!lrcl>. z>> g, Oi-secia lciizta, sive tle kest.
Oi'sec.'. 1. 2. v. vper. vol. Z. col. 33^.
Dieäarchus redet von den Tövfern zu Athen/welche an Festtagen ihre Arbeiten in Thon auszustellenPflegten. An dem Feste des Dädalus zu Plataa wur-den vierzehn Statueu aus Holz ausgestellt, zum Anden-kcn .,n den Dädalus, der in dieser Materie gearbei-tet atte, wie Meur sius (I- >?.) durch die einstimmige»Zeu,nisse ter Alte» beweist. Fea.