i Buch, 1 Kap. 63
eine Flache zeichnen; weil zu jenem der bloßeBegrif einer Sache hinlänglich ist/ zum Zeichnenaber viele andere Kentnisse erfordert werden; aberdie Malerei ist nachher die Ziererin der Bildhauereigeworden.
§.6. Es scheinet/ daß die Kunst unter allenVölkern/ welche dieselbe geübet haben/ auf gleicheArt entsvrungen sei/ und man hat nicht Grund ge-nug/ ein besonderes Vaterland derselben anzugeben;den den ersten Samen zum Nothwendigsten hat einjedes Volk bei sich gefunden; und obgleich die Kunst/so wie die Poesie/ als eine Tochter des Vergnügensangesehen werden kan: so ist gleichwohl nicht zuläugnen/ daß das Vergnügen der Menschlichkeiteben so nothwendig ist/ als diejenigen Dinge/ olmewelche sie nicht bestehen kan; und man kaii behaup-ten/ daß die Malerei und die Bildung der Figuren/oder die Kunst unsere Gedanken zu malen und zubilden/ älter sei/ als dieselben zu schreiben/wie aus der Geschichte der Mexicaner und andererVölker erweislich ist. Da aber die ersten Bildungenmit Figuren der Gottheiten scheinen angefangenzu haben: so ist die Erfindung der Kunst verschie-den nach dem Alter der Völker/ und in Absichtder früheren oder späteren Einführung des Götter-diensteS/ so daß sich die Chaldäer oder die Ägypterihre eingebildeten höheren Kräfte zur Verehrungzeitiger als die Griechen werden sinlich vorgestellethaben. Den hier verhält es sich wie mit anderenKünsten und Erfindungen/ dergleichen das Purpur-färben ist/2) welche in den Morgenländern eher be-kant und getrieben wurden. Die Nachrichten der hei-ligen Schrift von gemacheten Bildnissen sind weit
») Ooguei, orißine «les 1oi8, ?. 2. ck. 5. art. 3. F e a»
2) I. ck. 2. art. 1. F e a.