Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
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62
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62 Geschichte der Kunst.

Krümmungen ein fruchtbares Thal durchströmet/ undanwachset ohne Überschwemmungen zu verursachen.

§. Es hat sich die Kunst vornehmlich mit demMenschen beschäftiget/ und könte also mit meh- >rerer Richtigkeit/ als Protagoras/ von dem Men-schen sagen: daß derselbe aller Dinge Maß und Regel ist; " auch lehren uns die ältesten Nach-richten/ daß die ersten Versuche/ sonderlich von ge-zeichneten Figuren/ vorgestellet/ was ein Mensch ist/nicht wie er uns erscheinet; den Umriß desSchattens desselben/ nicht die Ansicht des Kör-pers. Von dieser Einfalt der Gestalt ging manzur Untersuchung der Verhältnisse/ welche Richtig-keit lehrete; und diese machete sicher/ sich in dasGroße zu wagen/ wodurch die Kunst zur Großheit/und endlich unter den Griechen stufenweise zur höch-sten Schönheit gelangete. Nachdem alle Theilederselben vereiniget waren / und ihre AuSschmü-kung gesuchet wurde/ gerieth mau in das Über-flüssige/ wodurch sich die Großheit der Kunst ver-lor/ und endlich erfolgete der völlige Untergang der-selben.

Dieses ist in wenig Worten die Absicht der Ab-handlung dieser Geschichte der Kunst. Zumersten wird von der anfänglichen Gestaltder Kunst allgemein geredet/ ferner von derverschiedenen Materie/ in welcher dieselbewirkete/ und drittens von dem Einflüsse desHimmels in die Kunst.

Z. 6. Die Kunst hat mit der einfältigstenGestaltung/ und mit Bildung in Thon/ folg-lich mit einer Art von Bildhauerei/ angefan-gen: den auch ei» Kind kan eüicr weichen Masseeine gewisse Form gebe»/ aber es kan nichts auf

2) 8e5lu8 Ilvxotk. 1. 1. c. Z2.

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