276 Nachricht vom
Schweizer SohN/ Herr Muzel/ deS Herrn Pro-fessors Muzeli SohN/ aus Berlin.
§. Ich bin in dieser Arbeit/ wie in meinemVersuche der Geschichte der Kunst im Al-tertume verfahren / ich habe vermieden zu sagen/was gesaget ist. War die Vorstellung eines Stei-nes bekant/ so ist sie blos angegeben; bestand aberder Werth desselben in der Kunst/ so habe ich michsuchen so zu erklären/ daß, der Leser belehret oderunterhalten würde/ auch ohne den Stein oderdessen Abguß zu sehen. Bei Steinen von selteneroder schwer zu erklärender Vorstellung bin ich mitmehrerer Aufmerksamkeit stehen geblieben; die Be-weise aber sind die bloßen Anführungen der Schrif-ten/ aus welchen ich sie genommen habe. Pomeyund Giraldi sind nicht geplündert; ich habe dieältesten griechischen Dichter und Scribenten bei die-ser Arbeit von neuem gelesen. HomernS folget,noch immer bei mir nach dem Morgensegen.
§.5. Ich läugne nicht/ daß einige Steine vomneueren Meistern geschnitten sind; aber die wem»gen sind nach sehr seltenen Steinen gearbeitet : die>ses ist getreulich angezeiget. In diesem Überflüssevon Seltenheiten kam mir nicht einmal der Gedanke,ein/ neue Steine für alte anzuführen und zu be-.schreiben/ wie Mariette gethan/ und Zanettithnn lassen. Dieses kan bei andern Gelegenheiten,bewiesen werden. Ich urtheile nicht aus Kupfern/sondern ans sehr guten Abdrüken; widrigenfallswürde ich sehr viele Köpfe im Mufeo des Königsin Frankreich für neu erklären müßen: ich kenneaber die Begriffe der Franzosen von derSchönheit d es Al tert u m S. Unter uns gesaget/ich fürchte mich/ unsern LandSleuten etwas zumNachtheil dieser Nation zu sagen: ihre Wuth in,-Übersezung französischer Bücher/ die voll von tau-