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Empfindung
und sein G efühl mehr/ als den Ausspruch/ welcherihn nicht überzeuget/ sich eine Regel sein lassen.Den es gibt Leute, die nur das lobe»/ was andernnicht gefällt/ um sich dadurch über die gemeine Mei-nung hinweg zu sezen; so wie der berühmte Mass ei,welcher sehr seicht im Griechischen war/ den finsterenund gezwungenen Nikander dem HomeruS gleichschäzete/ um etwas Fremdes zu sagen/ und von sichglauben zu machen / daß er seinen Held gelesen undverstanden. Der Liebhaber der Kunst kan versichertsein/ daß/ wen es nicht nöthig wäre/ die Maniergewisser Meister zu kennen/ die Gemälde des LucaGiordanv/ deSPreti Calabrese/ des Soli-inen»/ und überhaupt aller neapelschen Maler/kaum die Zeit werth sind/ dieselben zu untersuchen:eben dieses kan von den neueren vcnetianischen Ma-lern/ sonderlich vom Piazzetta/ gesaget werden.
§, ^6. Ich füge diesem Unterrichte zur Empfin-dung des Schönen in der Kunst folgende Erin-nerungen bei: Man sei vor allen Dingen auf-merksam auf besondere eigentümliche Ge-danken in den Werken der Kunst/ welche zuweilenwie kostbare Perlen in einer Schnur von schlechterenstehen/ und sich unter diesen verlieren können.Unsere Betrachtung sollte anheben von den Wir-kungen des Verstandes/ als dem würdigstenTheile auch der Schönheit/ und von da herun-tergehen auf die Ausführung. Dieses istsonderlich bei PoussinS Werken zu erinnern/ wodas Auge durch das Colorit nicht gereizet wird / undalso den vornehmsten Werth derselben übersehenkönte. ES hat derselbe die Worte deS Apostels: Ichhabe einen guten Kampf ge kämpfet/ indem Gemälde der lezten Ölung/ durch einen ^Schild über dem Bette d:S Sterbenden vorgestellet/ '.auf welchem der Name ChristuS/ wie auf den