Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

des Schönen:e.

26S

andern Art ist eine Abnehmung vom Kreuzevon Van der Werff, eines seiner besten Werke/an eben dem Orte/ welches der Kunstler für denKurfürsten von der Pfalz zum Geschenke an PabstClemens XI. gemachet hat. Zm Colorit desNakcnden sind Correggio und Titiano dieMeister unter allen: den ihr Fleisch ist Wahr-heit und Leben; NubenS/ welcher in derZeichnung nicht idealisch ist/ ist es hier; sein Fleischgleichet der Nöthe der Finger/ welche man gegendie Sonne hält/ und sein Colorit ist gegen jene/wie eine durchsichtige GlaScvmposition gegen ächtesPorcellan.

§. ^!>5. In Absicht des Lichts und Schattenskönnen wenige Werke des Carravaggio nnd desSpagnoletto schön sein: den sie sind der Naturdes Lichts zuwider. Der Grund ihrer finsteren Schat-ten ist der Saz: Entg eg en g esezte Dingeneben einander werden scheinbarer/ wie eseine weisse Haut durch ein dunkles Kleid wird. DieNatur aber handelt nicht nach diesem Saze; siegehet stufenweis auch in Licht/ Schatten undFinsterniß/ und vor dem Tage gehet vorherdie Morgenröthe/ und vor der Nacht die Dän>merung. Die Pedanten in der Malerei pflegendiese schwarze Kunst zu schäzen / wie die inder Gelehrsamkeit einige beschmauchte Scribenten.Aber ein Liebhaber der Kunstv welcher in sich einGefühl des Schönen bemerket/ und nicht genügsameKentniß besizet/ wird irre/ wen er von vermeinetenKennern Gemälde schäzen höret/ wo ihm sein Sin.das Gegentheil spricht. Hat derselbe die Werke derbesten Meister betrachtet/ so daß er eine nothdürftigeErfahrung erlanget hat: kan derselbe sein Auge

juxla se xosita mogis vlucsscw!!-)