des Schönen!t. 26Z
risse S:im Serlio siehet/ und Michel Angel»scheinet in der That eben diesen Vorfaz gehabt zu haben/wie dessen Grundriß beim Bonanni zeiget. ESwürde auch die Form des griechischen Kreuzeswider die Regeln der alten Baumeister gewesen sein,welche lehren / daß die Breite eines' Tempels einDrit theil der Lange desselben halten soll.
K. Z8. In der Bildhauerei der altenWerke ist die erste Kentniß, zur Übung derEmpfindung des Schöne»/ der Unterschieddes Alten und Neuen an eben derselben Fi-gur. Der Mangel dieser Kentniß hat viel ver-meinte Kenner und Seribenten verführet; den eSist dieselbe nicht allenthalben so leicht/ wie an denErgänzungen der Statuen im Palaste Giustiniani,die auch Anfängern im guten Geschmake Ekel ma-chen. Ich rede hier von den Zusäzen der Figurselbst: den die derselben beigelegten Zeichen sindnicht unter der Empfindung des Schonen be-griffen. Alle Scribenten haben sich bei dem fogenan-'ten farne fischen Ochsen betrogen, wo sie nichtsNeues gefunden haben; aber das Gefühl desSchönen hätte ihnen über ganze halbe Figurendieses Werks wenigstens Zweifel erweken sollen.Im Nakenden ist nicht alles schön, (den es wa-ren auch vor Alters gute und schlechte Künstler/ wiePlato im Kratylus saget/) aber auch wenigFehlerhaftes und Schlechtes; und da in un-serer Narur dasjenige vollkommen heisset, was diewenigsten Fehler hat: so sinden sich in diesem Ver-stände viel Figuren der Alten, welche für schön gel-ten können. Aber das Abstracte und blos Schö-ne ist von dem Ausdruke in der Schönheitwohl zu unterscheiden: der vati ca Nische Apolloist ein Gesicht von dieser Art, der bvrghesischeGenius von jener; der Kopf des Apollo komt