Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
247
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des Schönen tt.

2-i?

große/ wo das Colorit weit unter der Zeichnung ist/weniger geschäzet: dieses' Stük wird in weniger Zeitzu Rom in Kupfer gestochen erscheinen. MeinSa; gründet sich vornehmlich auf diejenigen Künst-ler/ die unter die guten Coloristen gezählet wer-den/ und gewisse Mängel haben: und ich tan hierden berühmten Friedrich Barocci anführen/dessen Fleisch in'S Grünliche fällt. Es hatte derselbeeine besondere Art/ die erste Anlage des Nakendenmit Grün zumachen / wie man an einigen unvollen-deten Stüken in der Galerie Albani augenschein-lich erkennet. Das Colorit/ welches in des GuidoWerken sanft und fröhlich ist/ und stark/ trübe/und vielmals traurig im Guerein o erscheinet/ liefetman sogar ans dem Gesichte dieser beiden Künstler.

§. 1-4. Nicht weniger verschieden sind die Künst-ler in Vorstellung der wahren Gestalt der Form /welches man schließen muß aus den unvollkommenenEntwürfen derselben in ihrer Einbildung. Barocciist an seinensehrgesenketen Profilen desGesichtS/Pietro von Cortona an dem kleinlichen Kin-n e feiner Köpfe / und Parmigianino an dem l a n-gen Ovale und an den langen Fingern kent-lich. Ich will aber nicht behaupten/ daß zu der Zeit/da alle Figuren gleichsam schwindsüchtig waren/wie vor dem Naphael/ und da dieselben wie was-sersüchtig wurden durch den Bernini/ allen Künst-lern die Richtigkeit des Auges gemangelt habe:den hier lieget die Schuld an einem falschen Sy-stem a/ welches man wählete/ und ihm blindlingsfolgete. Mit der Größe hat es eben die Bewandt-niß. Wir sehen / daß Künstler auch in Porträts / indem Maße der Theile/ die sie in Ruhe und nach ih-rem Wunsche sehen / fehlen; an einigen ist der Kopfkleiner/ oder größer/ an andern die Hände; derHals ist zuweilen zu lang/ oder zu kurz/ u. s. f.