Empfindung
Ärzte wurden geschikter sein, wen sie ein feinesGefühl erlanget hätten. Unser Auge wird vielmalsdurch die Optik/ und nicht selten durch sich selbstbetrogen.
K.l3. Die Nichtigkeit des Auges bestehet!»Bemerkung der wahren Gestalt und Größe derVorwürfe/ nnd die Gestalt gehet sowohl auf die Far-be/ als auf die Form. Die Farben müßen die Künst-ler nicht auf gleiche Weise sehen / weil sie dieselbenverschiedentlich nachahmen. Zum Beweise dessel-ben will ich nicht das überhaupt schlechte Coloriteiniger Maler/ als des PoussiN/ anführen / weildasselbe zum Theil an Vernachlcißigung/ an schlech-ter Anführung/ und an der Ungeschiklichkeit lieget;ich schließe unterdessen aus dem / was ich selbst aus-führen gesehen/ daß solche Maler ihr schlechtes Co-lorit nicht erkennen. Einer der besten britischenMaler hätte seinen Tod des HektorS/ in Lebens-
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t) Dieser Sa» WinckelmanS, den das Beispiel deiBarocci erläutern soll, hat keinen Verstand. Denwie der Maler die Farbe in dem Object erteilt, soerteilt erste auch in der Nachahmung; und weii dieMaler die Farben nur vollkommen so nachahmen/ wiesie sto sehe», so muß stch in ihren Nachahmungen keinUnterschied finden. Lessing.
s Allerdings muß stch für das A n g e des aussiihre inden Malers in dem Objecte und der Nachahmungkein Unterschied der Farben finden, wen der Maler sei-nen Gegenstand getreu so wiedergibt, wie er ihn steht:allein es ist hier nicht von einem und demselbenMaler, sondern von ver schi ed en cn Malern, die alsoauch eine verschiedene Art zu sehen haben kön-nen, so offenbar die Rede, daß es unerklärbar bleibt,wie Lessings Scharfstn darüber hinweggesprungen ist.Eschenbnrg, der mit seinen Noten sonst so freigebigist, machte dagegen keine Bemerkung; wahrscheinlichWeil es nichts Historisches ist.)