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1 (1825)
Entstehung
Seite
244
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Empfindung

Frühlinge wiederum hervorsprossen. l) Wo diese Em-pfindung nicht ist/ prediget man Blinden die Keilt-niß des Schönen/ wie die Musik einem nicht musi-kalischen Gehöre. Ein näheres Zeichen ist bei Kna-ben/ die nicht nahe bei der Kunst erzogen werde»/noch eigens zu derselbe» bestimmet sind / ein natür-lich er Trieb zum Zeichnen/ welcher/ wie derzur Poesie und Musik / eingeboren ist.

§.9. Da ferner die m e n sch liche Schönheit/zurKentniß? in einen allgemeinen Begrif zu fas-sen ist: so habe ich bemerket/ daß diejenigen/ welchenur allein auf Schönheiten des' weiblichen Ge-schlechts aufmerksam sind/ und durch Schönheiten inunserem Geschlechte wenig oder gar nicht gerühretwerden/ die Empfindung des Schönen in derKunst nicht leicht eingeboren/ allgemein und lebhafthaben. ES wird dasselbe bei diesen in der Knust derGriechen mangelhaft bleibe»/ da diegrößten Schönhei-ten derselben mehr von unserm/ als von dem an-dern Geschlechte/ sind. Mehr Empfindung aber wirdznm Schönen in der Kunst/ als in der Natur/ er-fordert/ weil jenes'/ wie die Thränen im Theaterohne Schmerz/ ohne Leben ist/ und durch die Ein-bildung erweket und erfezet werden muß. Da aberdiese weic feuriger in der Jugend / als im mänliche»Alter/ ist/ so soll die Fähigkeit/ von welcher wirreden/ zeitig geübet und auf das Schöne geführetwerden/ ehe das Alter komt/ in welchem wir unsentsezen zu bekennen/ «S nicht, zu fühlen.

Z. 10. ES ist aber/ wen jemand das Schlechtebewundert/ nicht allezeit zn schließe»/ daß er dieFähigkeit dieser Empfindung nicht habe. Den sowie Kinder/ welchen man zuläßt/ alleS/ was sieanschauen/ nahe vor Augen zu halten/ schielen ler-

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