Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
240
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Empfindung

schöpft/ welche/ wie Sanchoniaton saget/ keine Empfindung haben." Wen auch das Schöne inder Kunst lauter Gesicht wäre/ wie / nach den Ägyp-tern/ Gott lauter Auge ist: würde es dennoch so/in einem Theile vereinet/ Viele nicht reizen.

§. 6. Man könte auch auf die Seltenheit dieserEmpfindung aus dem Mangel von Schriften/ diedas Schöne lehren/ einen Schluß machen: den vomPlato an bis auf unsere Zeit/ sind die Schriftendieser Art vom allgemeinen Schönen leer/ ohne Un-terricht/ und von niedrigem Gehalte; das Schönein der Kunst haben einige Neuere berühren wollen/ohne es gekaiit zu haben. Hiervon könte ich Ihnen/mein Freund/ durch ein Schreiben des berühmtenHerrn von Stosch/ des größten Altertumskundi-gen unserer Zeiten/ einen neuen Beweis geben. Erwollte mir in demselben zu Anfang unseres Brief-wechsels'/ weil er mich persönlich nicht kante/ Un-terricht geben über den Nang der besten Statuen,und über die Ordnung/ in welcher ich dieselben zubetrachten hätte. Ich erstaunete/- da ich sah/ daßein so berufener Antiquarius den vatica NischenApollo/ das Wunder der Knnst/ nach demschlafenden Faun im Palaste Barberini/welches eine Waldnatur ist/ nach dem Centaurin der Villa Borghese/ welcher keiner idea-lisch en Schönheit fähig ist/ nach den zween altenSatyrs im Campidoglio/ und nach dem ju-siinia nischen Bok/ an welchem das beste Stük derKopf nur ist / sezete. Die Niobe und ihre Töch-ter, die Muster der höchsten weiblichen Schön-heit/ haben den lezten Plaz in dessen Ordnung., Ich überführete ihn seiner irrigen Rangordnung / undseine Entschuldigung war, daß er in jungen JahrendieWerke der alten Kunst/ in Gesellschaft zweier nochlebende Künstlern jenseit der Gebirgen gesehen / auf