Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
239
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des Schönen:c.

wie dieser/ von sich selbst / und wurde ohne Lehreund Unterricht leer und todt bleiben. Folglich hatdiese Abhandlung zwei Stüke: diese natürlicheFähigkeit überhaupt/ und den Unterricht inderselben.

K. 6. Die Fähigkeit der Empfindung desSchönen hat der Himmel allen vernünftigen Ge-schöpfen/ aber in sehr verschiedenem Grade/ gegeben.Die mehresten sind wie die leichten Theile / welche ohneUnterschied von einem geriebenen elektrischen Körperangezogen werden/ und bald wiederum abfallen; da-her ist ihr Gefühl kurz/ wie der Ton in einer kurz-gespanneten Saite. Das Schöne und das Mittel'mäßige ist denselben gleich willkommen/ wie dasVerdienst und der Pöbel bei einem Menschen vonungemessener Höflichkeit. Bei einigen befindet sichdiese Fähigkeit in so geringem Grade/ daß sie inAustheilung derselben von der Natur Übergängen zusein scheinen könten; und von dieser Art war einjunger Brite vom ersten Nange/ welcher im Wagennicht einmal ein Zeichen des Lebens »nd seines Da-seins gab/ da ich ihm eine Rede hielt über dieSchönheit des Apollo und anderer Statuen derersten Klasse. Von einem ähnlichen Gemächte mußdie Empfindung des Graven Malvasia/ des Ver-fassers der Leben der bolognesischen Maler/gewesensein; dieser Schwäzer nennet den großen Ra-phael einen nrbinatischen Hafner/ nach der pö-belhaften Sage / daß dieser Gott der Künstler Ge-fäße bemalet/ welche die Unwissenheit jenseit der Alpenals eine Seltenheit aufzeiget: er entstehet sich nicht/ vor-zugeben/ daß die Caracci sich verdorben durch dieNachahmung desRaphaelS. Auf solche Menschen wir-ken die wahren Schönheiten der Kunst wie derNordschein/ welcher leuchtet nnd nicht erhizet; mansollte beinahe sagen/ sie wären von der Art ^ Ge-