Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
224
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Von dcr Gratie

seuschaft bestehet; und um diese allenthalben zuzeigen, wnrde er übertrieben. Seine liegendenStatuen auf den Grabmalen in dcr großherzogli-chen Kapelle zu S. Lorenzo in Floren; haben eineso ungewöhnliche Lagt/ daß das Leben sich Gewaltanthun müßte, sich also liegend zu erhalten, undeben durch diese gekünstelte Lage ist er aus dem Wohl-stande dcr Natnr und des OrtS, für welchen er ar-beitete, gegangen. Seine Schüler folgeten ihm, undda sie ihn in der Wissenschaft nicht erreichten,und ihren Werken auch dieser Werth fehlete, sowird dcr Mangel dcr Gratie, da der Verstandnicht beschäftiget ist, hier noch merklicher und an-stößiger. Wie wenig Guglielmo della Porta,dcr bcste aus dieser Schule, die Gratie und dasAltertum begriffen hat, siehet man unter andernan dem sarnesischcn Stier, au welchem dieDirce, bis auf den Gürtcl/ von feiner Hand ist.Johan Bologna, Algardi und Fiamingosind große Künstler, aber unter den Alten, auchin dem Theile der Kunst, wovou wir reden.

K. Endlich erschien Lorenzo Bernini indcr Welt, ein Mau von großem Talent und Geiste,aber dcm die Gratie nicht einmal im Traume er-schienen ist. Er wollte alle Theile dcr Kunst nin^fassen, war M a l c r, B a u m e i st e r und B i l d b a u e r,und suchctc, als dieser, vornehmlich ein Original zuwerden. Im achtzchenten Jahre machte er den Avollound die Daphne, ein wunderbares Werk für einsolches Alter, und welches versprach, daß durch ihndie Bildhauerei auf ihren höchsten Gipfel komme»würde. Er machete hierauf seinen David, welcherjenem Werke nicht beikomt. Dcr allgemeine Beifallmachete ihn stolz, und es scheinet, sein Vorsaz seigewesen, da er die alten Werke weder erreichennoch verdunkeln konte, einen neuen Weg zu »eh--