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1 (1825)
Entstehung
Seite
223
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in der Kunst. 223

lakleidern/ sondern wie eine Schönheit/ dieman liebete/ im leichten Überwurf kürzlich ausdem Bette erhoben/ zu sehen wünschen.

§. 12. In neueren Werken der Knnst scheinetman/ nach Raphaels und dessen bester SchülerZeiten/ nicht gedacht zu haben/ daß die Gratieauch an der Kleidung Theil nehmen könne/ weilman / i?att der leichten Gewänder/ die schwerengewählet/ die gleichsam wie Verhüllungen derUnfähigkeit/ das Schöne zu bilden/ anzusehensind: den die Falten von großem Inhalt über-heben den Künstler der von den Alten gesuchten An-deutung der Form des Körpers unter demGewände / und eine Figur scheinet öfters nur zumTragen gemachet zu sein. Bern ini und Petervon Cortona sind in großen und schweren Ge-wändern die Mnster ihrer Nachfolger geworden.Wir kleiden uns in leichte Zeuge; aber unsereBilder genießen diesen Vortheil nicht.

Z. 13. Wen man geschichtmäßig von der Gratienach Wiederherstellung der Kunst reden sollte; so würdees mehr auf das Gegentheil gehen. In der Bildhauereihat die Nachahmung eines einzigen großen ManneS/ desMichelAngel 0/ die Künstler von dem Altertumeund von der Ken tniß der Gratie entfernet. Seinhoher Verstand und seine große Wissenschaft wollte sichin Nachahmung der Alten nicht allein einschränken/und seine Einbildung war zu feurig zu zärtlichenEmpfindungen/ und zur lieblichen Gratie.Seinegedrukten und noch nngedrukten Gedichte sind vollvon Betrachtungen der hohen Schönheit;aber er hat sie nicht gebildet/ so wenig wie dieGratie seiner Werke. Den da er nur dasAusse r-ordentliche und d--s Schwer,: in der Kunstsuchete, so sezete er diesem das Gefällige nach/weil dieses mehr in Empfindung als in W i s-