in dcr Kunst.
men/ den ihm der verderbte Geschmak selbigcr Zeiterleichterte/ auf welchem er die erste Stelle unterden Künstlern neuerer Zeit erhalten könte, und es istihm gelungen. Von dcr Zeit an entftrnete sich dieGratie gänzlich von ihm, weil sie sich mit seinemVorhaben nicht reimen konte. Den er ergrif dasentgegengesezte Ende vom Altertum: seine Bildersuchete er in dcr ge me inen Natur/ und sein Idealist von Geschöpfen unter einem ihm unbekanten Him-mel genommen; den in dem schönsten Theile vonItalien ist die Natur anders'/ als an seinen Bildern/gestaltet. Er wurde als dcr Gott der Kunst ver-ehret und nachgeahmet; und da nur die Heiligkeit/nicht die Weisheit Statuen erhält/ so ist eineberni nische Figur besser für die Kirche/ als derLaokoon. Von Rom kaiist d»/ mein Äefer/ sicherauf andere Länder schließe»/ und ich werde künftigNachrich-.en dazu ertheilen. Ein gepriesener Puge t/GirardoN/ und wie die Meister in ong heissen/ sindnicht besser. Was der beste Zeichne r in Frankreichkaü/ zeiget eine Minerva in einem Kupferleistenzu Anfang der geschnittenen Steine von Mariette.
§. 46. Die Gralien standen in Athen beimAufgang nach dem heiligsten Orte zu:, unsereKünstler sollten sie über ihre Werkstatt sezen undam Ringe trage»/ zur unaufhörlichen Erinnerung/und ihnen opfern/ nm sich diese Göttinen holi>zu machen.
K. 16. Ich habe mich in dieser kurzen Betrach-tung vornehmlich auf die Bildhauerei eingeschrän-ket/ weil man sie über G e in äl d e auch ausser Ita-lien machen kan/ und dcr Leser wird das Vergnügenhaben/ selbst mehr zu entdekeii/ als ich gesaget habe:ich streue nur einz elne Körner ans zu einer grö-ßeren Aussaat/ wen sich Muße und Umständefinden werden.