Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
219
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in der Kunst.

keit ist der G r a t i e/ so wie der Sch önheit nach-theilig. Man merke/ daß die Rede von dem H o hen,oder Heroischen und Tragischen der Kunst/nicht von dem komischen Theile derselben ist.

§. <5. Stand und Gebärden an den altenFiguren sind wie an einem Mensche»/ welcher Ach-tung crwekct und fordern kan/ und der vor denAugen weiser Männer auftritt; ihre Bewegung hatden nothwendigen Grund des Wirkens in stch/wie durch ein flüssiges feines Geblüt und mit ei-nem sittsamen Geist zu geschehen pfleget: nur alleindie Stellung der B akch anten auf geschnittenenSteinen ist der Absicht bei denselben gemäß; dasist/ gewaltsam. Was von st e h e n d en Figurengesaget wird/ gilt auch von liegenden.

tz. 6. Hm ruhigen Stande / wo ein Bein dastragende ist/ und das andere das spielende/lritt dieses nur so weit zuriik/ als nöthig war/ dieFigur aus der senkrechten Linie zu sezen; undan Faunen hat man die unge lehrte Natur auchin der Richtung dieses Fußes beobachtet/ welcher/gleichsam unmerksam aus Zierlichkeit/ einwärtsstehet. Den neuern Künstlern schien ein ruhigerStand u nb edeuten d und ohne Geist; sie rükendaher den spielenden Fuß weiter hinauS/ und umeine idealische Stellung zu machen/ sezen ste ein Theilder Schwere des Körpers von dem tragenden Beineweg/ und drehen den Oberleib von neuem aus seinerRuhe/ und den Kopf wie an Personen/ die nach ei-nem unerwarteten Blize sehen. Diejenigen/ welchendieseS/ aus Mangel der Gelegenheit das Alte zu se-hen/ nicht deutlich ist/ mögen stch einen Ritter einerKomödie/ oder auch einen jungen Franzosen in sei-5 ner eigenen Brühe/ vorstellen. Wo der Raum diesenStand der Beine nicht erlaubete/ um nicht das Bein/welches nicht träget/ müßig zu lassen/ sezet man es