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1 (1825)
Entstehung
Seite
218
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2 58 Von der Gracie

desselben an Statuen und auf Gemälden/ schei-net verschieden zu sein/ weil hier Vielen dasjenigenicht anstößig ist/ was ihnen im Leben mißfallenwürde. Diese Verschiedenheit der Empfindung liegetentweder in der Eigensch aft der N a ch a h mu ngüberhaupt/ welche desto mehr rühret/ je fremder sieist als' das Nachgeahmete / oder mehr an ungeüb-ten Sinnen nnd am Mangel öfterer Be-trachtung und g r ünd lich e r V erg l ei chu n g derWerke der Kunst. Den was bei Zl u fk l ä r u n g d e sVerstandes'/ und bei Vortheilen der Erzie-hung/ an neueren Werken gefällt/ wird oft nacherlangter Wahren Keütniß der Schönheiten des Alter-tums ekelhaft werden. Die allgemeine Em-pfindung der wahren Gratie wäre also nichtnatürlich - da sie aber erlanget werden kan/ undein Theil deS guten GefchmakS ist/ so ist auch die-ser so wie jene zu lehren/ wider den Verfasserder Briefe über die Engeländer: weil sogardie Schönhei t zu lehren ist/ obgleich »och keine allge-meine deutliche Erklärung derselben bestimmet worden.

§. 3. Im Unterricht über Werke der Kunst istdie Gratie das Sittlichste/ und zur ttberzeu-Mng von dem Vorzuge der alten Werke vor den Neu-ern gibt sie den begreiflichsten Beweis: mit derselbenmuß man anfangen zu lehren/ bis man zur hohen ab-stracten Schönheit gehen kan.

§. 4. Die Gratie in Werken der Kunst gehet nurdie menschliche Figur a»/ und lieget nicht alleinw deren Wesentlichem/ dem Stande und Ge-bärden; sondern auch in dem Zufälligen/ demSchmukc nnd der Kleidung. Ihre Eigen-schaft ist das eigentümliche Verhältnißder handelnden Personen zurHandlung:den sie ist wie Wasser/ welches desto vollkommenerist/ je weniger es Geschmak hat; alle Fre m da rtig-