Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
211
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Werke der Kunst.

wir in der Natur kennen/ und diese Schönheit be-stehet in der Linie/ die das Profil bildet. Solltees nicht leicht scheine»/ den Zug dieser Linie zufinden? Und in allen Münzbücher» ist von der-selben abgewichen. Hätte nicht Raphael/ der sichbeklagete/ zur Galatee keine würdige Schön-heit in der Natur zu finden/ die Bildung vonden besten syrakusanischen Münzen nehmen können/da die schönsten Statue»/ ausser dcmLaokoo»/ zuseiner Zeit noch nicht entdeket wann? Weiter/ alsdiese Münzen / kau der menschliche Begris nicht ge-hen / und ich hier auch nicht. Ich muß dem Leserwünschen/ den Kopf des schönen Genii in der VillaBorg Hefe/ die Niobe und ihre Töchter/ dieBilder der höchsten Schönheit/ zu sehen: ausserRom müßen ihn die Abgüsse oder die geschnittenenSteine lehren. Zween der schönsten jugendlichenKöpfe stnd die Minerva vom AspasiuS/ izo zuWien/ und ein jugendlicher HevkuleS in demstoschischen Museo zu Florenz. Wer die bestenWerke des Altertums nicht hat kennen lernen, glaubenicht/ zu wissen/ was wahrhaftig schön ist; unsereBegriffe werden ausser dieser Kentniß einzelnund nach unserer Neigung gebildet sein. VonSchönheiten neuerer Meister kan ich nichts Vollkomme-nes angebe»/ als die griechische Tänzerin vomHerrn MengS/ groß wie die Natur/ halbe Fi-gur/ i» Pastel auf Hol; genialet/ für den MarquisCroimare in- Paris.

Daß dieKeiltniß der wahre» Schön-heit in Beurtheilung der Werke der Kunst zur.Rc-gel dienen kan/ bezeugen die mit großem Fleißenach alten geschnittenen Steine» gearbeitete» neue-ren-Steine. Natter hat sich gewaget/ den an-geführeten Kopf der Mi nerv a in gleicher Größe undkleiner zu copiren/ und dennoch hat er die Schön-