Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
209
Einzelbild herunterladen
 

Werke der Kunst.

209

welche »»r allein sein Vorwurf gewesen/ nicht ge-funden/ und seine Schule folget ihm. Aus diesemEaze folget ferner/ daß weder das Kin noch dieWangen/ durch Grübchen unterbrochen/ derForm der wahren Schönheit gemäß fein kön-nen: es kan also auch die mediceische Venus/die ein solches Kin hat/ keine hohe Schönheitsein; und ich glaube/ daß ihre Bildung von einerbestickten schönen Person genommen ist/ so wiezwo andere VenuS in dem Garten hinter dem Pa-last Farnese offenbare Porträt köpfe haben.

K. 10. Die Form der wahren Schönheith at die erhobenen Theile nicht stumpf/ und diegewölbeten nicht abgeschnitten; der Augen-knochen ist prächtig erhaben/ und das Kinvöllig gewölbet. Die besten Künstler der Altenhaben daher dasjenige Theil/ auf welchem die Aug-^ braunen liegen/ scharf geschnitten gehalten, undin dem Verfalle der Künste im Altertume/ und indem Verderbniß neuerer Zeiten/ ist dieses Theilrundlich und stumps vertriebeN/ und das K i nist insgemein zu kleinlich. Aus dem stumpf ge-haltenen A u g e nku o ch en kan man unter andermurtheilen/ baß der berühmte/ fälschlich sogenante/AntinouS im Belvedere zu Rom nicht aus derhöchsten Zeit der Kunst sein kaii/ so wenig wie die Ve-n u s. Dieses istallgemein gesprochen von dem W e-sentlichen der Schönheit des G esichtS/ wel-ches in der Fo rm bestehet: die Züge und Neizun-geil/ welche dieselbe er höhe N /sind die Gratis vonwelcher besonders zu handeln ist. Aber ich merke/daß ich meinen Vorsa; überschreite/ welchen mir dieKürze der Zeit und meine überhänfete Arbeit sezen:ich will hier kein System der Schönheit/ wenich auch könte/ schreiben.

Z. 11. Eine in änliche Figur hat ihre Schön-

S *