Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
208
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Los Betrachtung der

den/ und verändert in allen Punkten ihreRichtung. Dieses ist leicht gesaget/ und schwerzu lernen: welche Linie/ mehr oder weniger ellip-tisch/ die verschiedenen Theile zur Schönheit formet/ >tan die Algebra nicht bestimmen; aber die Altenkenneten sie/ nnd wir finden sie vom Menschen bisauf ihre Gesäße. So wie nichts Zirk eiförmi-ge 6 am Menschen ist: so machet auch kein Profileines alten Gefäßes einen halben Zirkel.

§. 8. Wen von mir verlanget würde/ sinlicheBegriffe der Schönheit zu bestimmen/ welchessehr schwer ist: so würde ich/ in Ermangelung altervollkommener Werke oder deren Abgüsse/ kein Be-denken tragen/ dieselben nach einzelnen Theilen/ vonden schönsten Menschen genommen an dem Orte,wo ich schrieb/ zu bilden. Da nun dieses izo im ^Deutschen nicht geschehen kau; so müßte ich/ wenich lehren wollte/ die Begriffe der Schönheit ver-nein u ng SW e i se mich anzudeuten begnügen: ichmüßte mich aber aus Mangel der Zeit ans das Ge-sicht einschränken.

Z. 9. Die Form der wahren Schönheit hatnicht unterbrochene Theile. Auf diesen Sazgründet sich das Profi l der alten jugendlichen Köpft/welches nichts LinealmäßigeS/ auch nichts Ein-gebildeteS ist; aber es ist selten in der Natur/und scheinet sich noch seltener unter einem rauhe»/als glüklichen Himmel zu finden: es bestehet in dersanftgefenkcten Linie von der Stirn bisauf dieNase. Diese Linieist der Schönheit d e r-maßen eigen/ daß ein Gesicht/ welches/ von vornegesehen/ schön scheinet/ von der Seite erbliket/ vie-les verlieret/ je mehr dessen Profil von der saustenLinie abweichet. Diese Linie hat Bernini/ derKunstverderber/ in seinem größten Flor nicht kennenwollen/ weil er sie in der gemeinen Natur/