Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

ts6 Erläuterung

hielt hier mit den Vorderfüßcn einen Widder,als' ein Gemälde ibrerSitten. Im übrigen wur-de auf das Grabmal tapferer Leute insgemeinein Löwe gcsczet.

§. Es ist zwar nichtzu verlangen, daß alleVer-zierungen und Bilder der Alten, auch sogar auf ihrenVasen und Gerathen, allegorisch sein sollen. DieErklärung von vielen derselben würde entwedersehr mühsam werden, oder auf bloßen Muthmaßun-gen beruhen. Ich unterstehe mich nicht, zu behaup-ten, daß z. E. eine Lampe in der Gestalt eines Och-senkopfS eine immerwährende Erinne-rung nüzlicher Arbeiten bedeute, so wie dasFeuer ewig ist. Eben so wenig möchte ich hierL>ie Vorstellung eines Opfers des Plutound der Proferpina suchen. Das Bild abereines trojanischen Prinzen, den Jupiterentführet und ihn zu seinem Li eblin g erwählet,war in dem Mantel eines Trojaners vongroßer und rühmlicher Deutung; und also einewahre Allegorie, welche man in dem Send-schreiben nicht hat finden wollen. Die Bedeu-tung der V ö g c l, die von Tr auben fressen, scheineteinem Aschen topfe eben so gemäß zu sein, alses der junge Bakchus, den Mercurius derLeukotheazu säugen überbringet, auf einer großenmarmornen Vase von dem Athenienser Salpion ge-arbeitet, 5) ist. Die Vögel können den Genußdes Vergnügens vorstellen, welches der Ver-storbene in den elysäischen Feldern habenwird: so wie dieses nach der herschenden Neigung

») Paul!»,, I. g, c. 40.

2) ijuatlrup. kisulc. 14z.

Z) LeUoil, I^ucern. scxulcr. x. I. tig. 17.

4) L§. l i6.Z

8j>»n, Wscell. zect. 2. l. x.