der Gedanken ie.
Z. 132. In allen Verzierungen sind die beidenvornehmsten Geseze: erstlich, der Natur derSache und dem Orte gemäß, und mit Wahr-heit: und zweitens/ nicht nach einer will-kürlichen Phantasie zu zieren.
§. 133. Das erste Gesez, welches allen Künstlernüberhaupt vorgeschrieben ist, und von ihnen verlan-get, Dinge dergestalt zusammen zu stel-len, daß dasEine auf das Andere einVer-hältniß habe, will auch hier eine genaue Über-einstimmung des Verzierten mit den Zie-raten.
— Noil lit coe'sut iminitiz, 1) —
§. 134. Das Unheilige soll nicht zu demHeiligen, und das Schrekhaste nicht zu demErhabenen gestellet werden; und aus eben diesemGrunde verwirft man die Schafsköpfe in denMetopen der dorischen Säulen an der Kapelledes luxenburgischen Palais in Paris.
§. 135. Das zweite Gesez schließet eine gewisseFreiheit aus, und schränket Baumeister undVerzier er in viel engere Gränzen ein, alsselbst den Maler. Dieser muß sich zuweilen sogarnach der Modein historischen Stüken bequemen,und es würde wider alle Klugheit sein, wen er sichmit seinen Figuren in seiner Einbildung allezeitnach Griechenland versezen wollte. Aber Gebäu-de und öffentliche Werke, die von langer Dauersein sollen, erfordern Verzierungen, die eine län-gere Periode als Kleidertrachten haben, das ist,entweder solche, die sich viele Jahrhunderte hindurchin Ansehen erhalten haben und bleiben werden,
1) klorat. ^6 v. »2.^
2) klonte!) pliügance. t. 2. p. 26.