der Gedanken;c. isz
liothek zn Wien/ können zeigen/ wie ihre Meisterdie Allegorie glüklich und dichterisch angewen-det haben.
§. il9. Rubens wollte Heinrich IV. als ei-nen menschlichen Sieger malen/ der in Be-strafung der frevelhaften Aufrührer und meuchel-mörderifcher Majestätbeleidiger dennoch Gelindig-keit und Gnade bliken lasset. Er gab seinem Hel-den die Person des ZupiterS/ welcher den Göt^tern den Befehl ertheilet/ die Laster zu strafenund zu stürzen. Apollo und Minerva drüken ihrePfeile auf dieselben ab/ und die Laster/ als Un-geheuer gebildet/ fallen übereinander zu Boden.Mars will in voller Wuth alles vollends zernichten; dieVenus aber/ als das Bild der Liebe/hält ihn sanftbei dem Arme zurük: der Ausdruk der Göttin istso redend gemacht/ daß man dieselbe gleichsam denGott des Krieges bitten höret: „ Wüthe nicht mit„ grausamer Rache wider die Laster: ste sind gestraft. "K. 120. Daniel Grans ganze Arbeit an derKupola ist eine Allegorie auf die kaiser-liche Bibliothek/>) und alle seine Figurensind gleichsam Zweige von einem einzigen Stam-me. ES ist ein malerisches Heldengedicht/welches nicht von den Eiern der Leda ansängt/sondern wie Homer vornehmlich nur den Zorn desAchilles besinget: so verewiget des Künstlers Pin-sel nur allein des Kaisers Sorgfalt für dieWissenschaften. Die Anstalten zum Baueder Bibliothek hat der Künstler also vorge-stellet :
§. 12t. Die kaiserliche Majestät erscheinetunter einer sizenden weiblichen Figur mit ei-
i) kikliotkecs: lüsesareLe, Viennce 17Z7.
ivl. okl.