Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
159
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der Gedanken!c.

Verhältniß von diesen auf jene ist: den wo dieÄhnlichkeit derselben sich von selbst darbietet/ wie inVergleichung einer weissen Haut mit Schnee / erfol-get keine Verwunderung. Das Gegentheil ist das-jenige/ was wir WiZ/ und was Aristoteles un-erwartete Begriffe nennet: er fordert ebendergleichen Ausdrüke von einem Nedner. Je mehrUnerwartetes man in einem Gemälde entdeket/ destorührender wird es; und beides erhält eS durch dieAllegorie. Sie ist wie eine unter Blättern undZweigen versierte Frucht/ welche desto angenehmerist/ je unvcrmuthetcr man sie findet; das kleinsieGemälde kan das größte Meisterstük werden/ nachdem die Idee desselben erhaben ist.

§. 68. Die Nothwendigkeit selbst hat Künst-lern die Allegorie gelehret. Anfänglich wird mansich freilich begnüget haben/ nur einzelne Dingevon einer Art vorzustellen; mit der Zeit aber ver-suchte man auch dasjenige/ was vielen einzelnen ge-mein war/ das ist/allgemeine Beg riffe/aus-zudrillen. Eine jede Eigenschaft eines Einzelnengibt einen solchen Begrif/ und/ getrennet von dem-jenigen/ was ihn begreift/ denselben sinlich zu ma-chen/ mußte durch ein Bild geschehen/ welches,einzeln wie eS war/ keinem Einzelnen insbesondere/sondern Vielen zugleich/ zukam.

§. 69. Die Ägypter waren die ersten / die solcheBilder sucheten/ und ihre Hieroglyphen gehörenmit unter den Begrif der Allegorie. Alle Gotthei-ten des Altertums'/ sonderlich der Grieche»/ ja dieNamen derselben/ kamen aus Ägypten: die Götter-

1) I. Z. c. 2. K. 4.

2) Ucroäot. l. 2. c. Zo. ^Nirgends ist diese Vehauvtunggründlicher und schöner ausgeführt als in I. L.Hugs Untersuchungen über den Mythos sc,Treib. 1St2.