Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

j-

der Gedanken :e.

würde aber das weise Altertum urtheilen ? Plutarchwürde dem Meister aus' dem Munde eines Aristi-des oder eines ZeuxiS sagen: „ Schlechte Ma-„ ler / die das S ch ö n e aus Schwachheit nicht errei-^ „ cheii können/ suchen es in Warzen und in Run-„zeln. "^) Man erzählet für gewiß/ daß Kaiser.Karl VI. den ersten Kopf von Dennern gesehen,geschäzet/ und au demselben die fleissige Art in Olzu malen bewundert habe. Man verlangete von demMeister noch einen dergleichen Kopf/ und es wur-den ihm etliche tausend Gulden für beide bezahlet.Der Kaiser, welcher ein Kenner der Kunst war/ hieltsie beide gegen Köpfe vom van Dyk und vom Rem-bran t/ und soll gesagt haben : „ er habe zwei Stüke„ von diesem Maler/ um etwas von ihm zu haben/„ weiter aber verlange er keine mehr / wen mau sie„ ihm auch schenken wolle. " Eben so urtheilete ein ge-wisser Engländer von Stande. Mau wollte ihmß dennerifche Köpfe anpreisen; „Meinet ihr/ (gab„ er zur Antwort/) daß unsere Nation Werke der„Kunst schäzet/ an welchen der Fleiß allein/„der Verstand aber nicht den geringsten An-„ theil hat?"

Z. 65. Dieses Urtheil über Denn ers Arbeitfolget nm^ttelbar auf den Van der Werff nichtdeßwegen/ daß man eine Vergleichung zwischen bei-den Meistern zu machen gesonnen wäre; den er rei-chet bei weitem nicht an van der Werffs Ver-dienste: sondern nur durch jenes Arbeit/ als durchein Beispiel zu zeigen / daß ein Gemälde/ welchesgefällt/ eben so wenig ein allgemeines Verdiensthabe / als ein Gedicht/ welches gefällt/ wiederVerfasser des Sendschreiben 6 scheinet behaupten.^ zu wollen.^)

1) ?!ul!>rcl>. L.6ul. et kiuici äisci'. IV 12 Z

2) l§. 7L.Z