Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
152
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Erläuterung

Seneca geurtheilet hat: „ES verlieret viel, ja„vielleicht alles, wen man es' suchet zu erforschen."

§. 62. Die Vergleichnng zwischen dem Naphaelund einigen großen holländischen und neuern italiä-nischen Meistern, welche ich in meiner Schrift ge-machet habe, betrift allein das Tractamcnt in derKunst. Ich glaube, das Urtheil über den mühsa-men Fleiß in den Arbeiten der ersteren wird ebendadurch, daß derselbe hat versteket sein sollen, nochgewisser: den eben dieses' verursachete dem Malerdie größte Mühe. Das Schwerste in allen Werkender Kunst ist, daß dasjenige, was sehr ausgearbeitetworden, nicht ausgearbeitet scheine.5) Diesen Vor>zug hatten deS NikomachuS Gemälde.^)

K. 5^. Van der Werff bleibet allezeit ein gro-ßer Künstler, und seine Stüke zieren mit Rechtdie Kabinete der Großen in der Welt. Er hat sichbemühet, alles wie von einem einzigen Gusse zu ma-chen; alle seine Züge sind wie geschmolzen, und inder übertriebenen Weichlichkeit seiner Tinten ist,so zu sagen, nur ein einziger Ton. Seine Arbeitkönte daher emailliret eher als gem alet heissen.,§. 54. Unterdessen gefallen seine Gemälde. Aberkaii das Gefällige ein Hauptcharakter der Malereisein ? Alte Köpfe von Dennern gefallen auch; wie

») I. 9. c. 4. Z. ^3 — 44.^

lJn den altern »enern Ausgaben steht der saubereFehler: „Diesen Vorzug hatten des NikomachusGemälde nicht. " Aber ste mußten ihn wohl haben,da Nik 0 m a lh u S in die Zleihe von Zeuris und A vel-les gesezt wurde; und ste hatten ihn auch, dem Plu-tarch zufolge, in h 0h cm Grade.

c. Zö>)