Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
149
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der Gedanken tc.

I!l Florenz als einen Fehler an-t) in dem Kin-der morde des Ravhaels verlanget man mehrWildes und SchreklicheS in den Gesichtern der Mör-l der. -)

K. äs. Nach dem allgemeinen Begriffe der Na-tur in Ruhe könten die Figuren vielleicht denjungen Spartanern des Xenophon ähnlich wer-den/ welches der Verfasser des Sendschreibensauch nach der Regel der stillen Größe besorget;ich weiß anch/ daß der größte Theil der Menschen/wen auch der Begrif meiner Schrift allgemein fest-gesezet und angenommen wäre/ ein Gemälde/ nachdiesem Geschmake des Altertums gearbeitet/ den-noch ansehen könte wie man. eine Rede/ vor denAreopagiten gehalten/ lesen würde. Allein derGeschmak des größten Haufens kan niemals Gesezein der Kunst geben. In Absicht des' BegrifS derNatur in Ruhe hat der Herr von Hagedornt in seinem Werkes) welches mit so vieler Weisheitals Einsicht in dem Feinsten der Kunst abgefassetist/ vollkommen Recht/ in großen Werken mehrGeist und Bewegung zu verlangen. Aber dieseLehre hat allezeit viel Einschränkung nöthig: nie-mals so viel Geist/ daß ein ewiger Vater einemrächenden MarS/ und eine Heilige in Ent-zükung einer Bakchante ähnlich werde.

ß. Wem dieser Charakter der böhern Kunstunbekant ist/ in dessen Augen wird eine Madonnavom Trevisano eine Madonna vom Raphaelniederschlagen: ich weiß / daß selbst Künstler ge-nrtheilet haben/ die Madonna des erstern sei demköniglichen R ap ha e l ein wen ig vortheilhafter Nach-

1) Lorzlüni I. 2. x. 129.

2) 7 la x. /Z7.

3) sur LOH