Erläuterung
und die neuern Künstler folgen derselben. We!lder'Überfluß/ welchen diese ihren Kindern geben,keinen Einfluß hat in ihre Begriffe von einem ju-gendlichen Körper und von einem reifen Alter/ so ^tan ihre Natur in dieser Art sch ö n sein : aber derAlten ihre ist deßwegen nicht fehlerhaft.
§. 46. Es ist eine ähnliche Freiheit/ die sichunsere Kunstler in dem Haarpuze ihrer Figuren ae-nommen haben/ und die ebenfalls bei aller Nachah-mung der Alten bestehen kan. Will man sich aberan die Natur halten/ so fallen die vorder» Haareviel ungezwungener auf die Stirn herunter/ wiees sich in iedem Alter bei Menschen/ die ihr Lebennicht zwischen dem Kamme und dem Spiegel verlie-ren/ zeigen kan: folglich kan auch die Lage derHaare an Statuen der Alten lehren/ daß diese alle-zeit das' Einfältige und das Wahre gesuchet haben;da eS gleichwohl bei ihnen nicht an Leuten gefeh-let/ die sich mehr mit ihrem Spiegel/ als mit ih- srem Verstände unterhalten/ und die sich auf dieSymmetrie ihrer Haare so gut/ als der Zierlichstean unsern Höfen / verstanden. ES war gleichsamein Zeichen einer freien uud edlen Geburt/ dieHaare so/ wie die Köpfe und Statuen der Griechen/zu tragen.
Z. ^7. Die Nachahmung des Umrisses der Al-ten ist unterdessen auch von denen/ welche hierinnicht die glüklichsten gewesen sind / niemals verwor-fen worden; abcr über die Nachahmung der edlenEinfalt und der stillen Größe sind die Stim-men getbeilet. Dieser AuSdruk hat selten allgemei-nen Beifall gefunden/ und Künstler haben mit dem-selben allezeit viel gewaget. Also sahe man diesewahre Größe an dem Herkules vom Bandinello^
2) I.ucinn. s. Votum, c. ?..