der Gedanken ;c.
also muß man sich das Gewächs der Helena/ einerEpartanerin/beim Theokrit vorstellen.^)
§. ä i. Ich zweifle also/ daß Jakob ZordanS/dessen Vertheidigung man in dem Sendschreibenmit vielem Eifer ergriffen hat/ seinesgleichen un-ter den griechischen Malern finden würde. Ich ge-traue mich mein Urtheil von diesem großen Colori-sten allezeit zu behaupten. Der Verfasser des soge-nanten Auszugs von dem Leben der Malerhat die Urtheile über dieselben fleissig gesammelt;aber sie zeugen nicht an allen Orten von einer gro-ßen Einsicht in die Kunst/ und manche sind unterso vielen Umständen angebracht/ daß ein Urtheilauf mehr als auf einen Künstler insbesondere könteangewendet werden.
Z. äs. Bei dem freien Zutritte/ welchen Jhrokönigliche Majestät in Polen allen Künstlern undLiebhabern der Kunst verstatten / kan der Augenscheinmehr lehre»/ und ist überzeugender/ als das Ur-theil eines Scribenten: ich bernfe mich auf die Dar-bringung im Tempel/ und anf den Dioge-nes vom gedachten Meister. Aber auch dieses Urtheil von Jordans hat eine Erläuterung nöthig/wenigstens in Absicht der Wahrheit. Der allgemeineBegrif von Wahrheit sollte anch in Werken der Kunststatt finden/ und nach demselben ist das Urtheil einRäthsel. Der einzige mögliche Sin desselben möchteetwa folgender sein.
§. 43. Rubens hat nach der unerschöpfliche»Fruchtbarkeit seines Geistes wie Homer gedichtet;er ist reich bis zur Verschwendung: er hat das Wun-derbare wie jener gesuchet/ sowohl überhaupt/ wieei» dichterischer und allgemeiner Maler/ als auchinsbesondere/ was Composition/ und Licht und Schat-
i) Hicocrit. IllvN. iü. v. 29.
Winckclman. 1.
7