Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
142
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Erläuterung

seinen Figuren zn kurz gegangen ist. Die gute rö-mische Schule wird hierin selten fehlen. ES ist nichtzu läugnen/ die VenuS des Raphaels bei demGöttermahle scheinet zu schwer zu sein/ und ichmöchte es nicht wagen, den Namen dieses großenMannes in einem Kind ermorde von ihm, wel-che» Marcantonio gestochen, über eben diesenPunkt, wie in einer seltenen Schrift von der Ma-lerei geschehend) zn rechtfertigen. Die weiblichenFiguren haben eine gar zu volle Brust/ und dieMörder dagegen ausgezehrte Körper. Man glaubet/die Absicht bei diesem Contrapost sei gewesen/ dieMörder noch abscheulicher vorzustellen. Man mußnicht alles bewundern: die Sonne selbst hat ihreFleken.

§.3S. Man folge dem Raphael in seiner bestenZeit und Manier/ so hat man, wie er, keineVer-theidiger nöthig; und Parrhasius und Zeuxis/die in dem Sendschreiben in dieser Absicht/ undüberhaupt die holländischen Formen zu entschuldi-gen/ angeführet worden/ sind hierzu nicht dienlich.Man erkläret zwar die daselbst berührte Stelle desPlinius/2) welche den Parrhasius betrist,in dem Verstände, wie sie dort angebracht worden/nämlich/daß der Maler in das Magere verfal- len sei / da er die Schwulst vermeiden wollen."^)Da man aber/ wen Plinius verstanden/ was ergeschrieben hat/ voraussezen muß/ daß er sich selbstnicht habe widersprechen wollen/ so muß dieses Ur-theil mit demjenigen / worin er kurz zuvor dem Par-rhasius den Vorzug in den äussersten Linien/

1) 6e la k>eintui'e, p. 46. au HI2N8, 1662. 4.

2) plin. Nist. 1. Z5. c. 10. ^ecd. Z6. 6- 6.^

Z) (Ourant?) TxtrJ'it tle I'Iüst. de peint. lle pline, p. 66.