Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
141
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der Gedanken:c.

Altertume entgegengeht sind: aber ich weiß auch/daß jene durch Nachahmung dieser geworden/ wassie gewesen sind/ und es würde zu erweisen sein / daßsie gemeiniglich/ wo sie von der Nachahmung derAlten abgewichen/ in viele Fehler des größten Hau-fens derjenigen neuern Künstler/ auf die ich nurallein in meiner Schrift gezielet/ verfallen sind,

K. 38. WaS den Umriß der Körper betrift/ so schei-net daS Studium der Natur/ an welches sich Ber-nini in reifern Jahren gehalten hat/ diesen gro-ßen Künstler allerdings von der schönen Form abge-führet zu haben. Eine Charitas von seiner Handan dem Grabmale Pabst Urban Vlii, soll gar zuflcischicht sein/^) und eben diese Tugend an demGrabmale Alexander VII, will man sogar häß-lich finden. Gewiß ist/ daß man die Statue Kö-nigs Ludwig XIV, zu Pferde/ an welcher Ber-nini funfzehen Jahre gearbeitet/ und welche über-mäßige Summen gekostet / nicht hat gebrauchen kön-nen. Der König war vorgestellet/ wie er einenBerg der Ehre hinauf reiten wollte; die Actiondes Helden aber sowohl als des Pferdes ist gar zuwild/ und gar zu übertrieben. Man hat daher einenC u r t i u s/ d e r fi ch i n d e n P f u h l st u r z e t/ aus die-ser Statue gemachet/ und sie stehet izo in dem Gar-ten der Tuillerie. Die sorgfältigste Bobachtnngder Natur muß also allein nicht hinlänglich seinzu vollkommenen Begriffen der Schönheit/so wie das Studium der Anatomie allein die sch ö n-sten Verhältnisse des Körpers nicht lehren kan.Lairesse hat diese/ wie er selbst berichtet/ nachden Skelets des berühmten Bi d lo o genommen. Mankan jenen für einen Gelehrten in seiner Kunst hal-ten; und dennoch findet man/ daß er vielmals in

i) liiclisräson, Account etc. p. 2g4 298.