Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
104
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i0-i Sendschreiben über

mcn/ von Pflanze» / und deren Früchten und Blu-men genommen worden.

§.113. Die erste und allgemeine Regel ist alsohier die Mannigfaltigkeit/ (wen man der ange-führten Vertheidigung Recht will widerfahren las- 'sen/) und nach dieser wirket die Natur/ wie es schei-net/ ohne Beobachtung anderer Regeln. DieseEinsicht zeigte in den Verzierungen diejenige Art/welche die heutigen Künstler gewählet haben. Sielerneten erkennen/ daß in der Natur nichts' dem an-dern gleich ist; sie gingen von der ängstlichen Zwil-lingsform ab/ und überließen den Theilen ihrerVerzierungen / sich zusammen zu fügen / so wie Epi-kurS Atomen gethan. Eine Nation/ die sich inneuern Zeilen von allem Zwange in der bürgerlichenGesellschaft zuerst frei gemachet/ wurde auch in derFreiheit in diesem Theile der Kunst unsre Lehrerin.Man gab dieser Art zu arbeiten die Benennung des -Barrokg eschmaks/ vermuthlich von einem Wor- !te/1) welches gebrauchet wird bei Perlen und Zäh-nen/ die von ungleicher Größe sind.

§. iiä. Und endlich hat ja eine Muschel/glaube ich / eben ein so gutes Recht / ein Theil derZieraten zu sein/als es ein Ochsen- oderSchafs-kopf hat. Es ist bekaiit/ daß die Alten derglei-chen von der Haut entblößten Köpfe in die Frie-sen/ sonderlich der dorischen Säulenordnung/ zwi-schen den Dreis chliz en / oder in die MetopeN/gesezet. Sie befinden sich sogar in einem korinthi-schen FrieS eines alten Tempels ' :r Vesta zu Tivo-li; an Grabmälern; wie an einem Grabmale desmetellischen Geschlechts bei Rom/ und einem

1) Oicüon. v.

2) OcsFoäets z I^äiüee5 cle I>- 91.