die Gedanken:c. iv6
in Form einer Muschel; und eS sind sogar alteLampen mit Muscheln gezieret.
§. 108. Die so leicht und frei gelegten muschel-förmigen Schilder scheinet die Natur selbst nach denwunderbaren Wendungen unendlich verschiedener See-schneken den Künstlern dargeboten zu Haben.
§. ios. ES ist meine Absicht im geringsten.'nicht/ mich zu einem Sachwalter der ungeschiktenVerzierer unserer Zeit auszuwerfen: ich will nur die-jenigen Gründe einer ganzen Zunft (die Künstlerwerden mir hier dieses Wort verzeihen!) anführen^durch welche dieselbe die Gründlichkeit ihres Ver-fahrens darzuthun gesuchet, haben; man wird hierBilligkeit genug finden.
§. 110. ES wird erzählet/ die Maler und Bild-hauer in Paris hätten denenjenigen/ welche Verzie-rungen arbeiten/ den Namen der Künstler streitigmachen wollen/ weil weder der Verstand des Arbei-ters noch des Liebhabers in ihren Werken eine Be-schäftigung finde/ indem sie nicht durch die Natur/sondern durch eine gezwungene Kunst/ erzeuget wur-den. Ihre Vertheidigung soll folgende gewesensein.
§. 111. Wir folgen der Natur in unserer Ar-beit/ und unsere Verzierungen bilden sich, wie dieRinde eines Baums / aus verschiedenen willkürlichenEinschnitten in dieselbe. Die Ninde wächset in man-cherlei Gestalten.
ß. 112. Alsdan tritt die Kunst zur spielendenNatur/ und verbessert und hilft derselben. Diese»ist der Weg/ den wir in unsern Verzierungen neh-men/ und der Augenschein gibt/ daß die mehrestenderselben/ auch in den Werken der Alten / von Bau-